11. Mai 2018
Gedenken an den Ersten Weltkrieg mit Gertraud von Bullion

Vom 19. - 22. April 2018 wurde in verschiedenen Großveranstaltungen in Arras und Lille des vor 100 Jahren zu Ende gegangenen Ersten Weltkrieges gedacht. Ziel dieser französischen Initiative war, aus dem Gedenken den Blick nach vorn zu lenken. „Faites la paix“ (Schafft Frieden) war das Leitmotiv. Ca. 30 Mitglieder aus verschiedenen Schönstattgemeinschaften machten sich gemeinsam auf den Weg. Dabei lernten auch sie Gertraud von Bullion tiefer kennen. Geistliches Zentrum dieser Fahrt war das Heiligtum der Einheit bei Cambrai. Von dort ging es zu den verschiedenen Veranstaltungen.

Schönstatt brachte sich mit mehreren Beiträgen ein. Näheres dazu unter http://www.schoenstatt.de/de/news/4022/112/Deutsche-Delegation-der-Schoenstatt-Bewegung-und-von-Pax-Christi-beim-Campus-de-la-paix-in-Lille.htm und http://www.schoenstatt.de/de/news/4028/112/100-Jahre-Ende-des-ersten-Weltkrieges-Schoenstaetter-gestalten-eindrueckliche-Gedenkfeiern-mit.htm

U.a. wurde Gertraud von Bullion in der Universität Lille in Wort und Bild vorgestellt. Sie war während des Ersten Weltkrieges als Rote-Kreuz-Schwester u.a. in Cambrai und Mons (Belgien) tätig. Ihr Adelsgeschlecht hat französische Wurzeln. In ihrer Ausbildung in mehreren Internaten und auch in ihrer Tätigkeit im Krieg lernt sie verschiedene Länder Europas kennen. Sie lässt sich ihr Lebensideal „Serviam“ (Dienen will ich) als 17-Jährige bei der Aufnahme in die Marianische Kongregation in die Kongregationsmedaille eingravieren. Dieses Ideal erfährt eine Konkretisierung, als sie während ihrer Lazarett-Tätigkeit im Ersten Weltkrieg den Schönstätter Sodalen Franz Xaver Salzhuber kennen lernt. Er vermittelt ihr den Kontakt zum Kapellchen in Schönstatt und zum Gründer, Pater Josef Kentenich. Sie drängt, dass auch Frauen zur Mitarbeit zugelassen werden, und wird zur Mitgründerin der Frauenbewegung in Schönstatt. Was der Gründer kündet, nimmt sie tief auf. Sie erprobt es an sich selbst und gibt es den Frauen in den Gruppen weiter. Arbeit an sich selbst, Einsatz in Gemeinschaft und für andere, das sind damals wie heute Hilfen im Einsatz für den Frieden. Sie schenken Frieden im eigenen Herzen und motivieren, für den Frieden in der eigenen Umgebung und darüber hinaus zu wirken.

Gertrud Beilmann

Zu den Fotos: Gruppenfoto vor dem Heiligtum in Cambrai, Universität Lille (M. Windoffer), Lazarett Fenelon in Cambrai (Archiv Schönstatt-Frauenbund)